In der Jungsteinzeit begannen Menschen die Alpen zu überqueren und durchstreiften die Gebiete rund ums Ötztal. Eines Tages machte sich ein Mann mit nur knapp 1,60m und 45 Jahren auf den Weg über das Tiesenjoch von Südtirol aus nach Ötztal. Sein Ziel erreichte er jedoch nie.
Sein Fundort am Tiesenjoch brachte einige Schwierigkeiten mit sich, denn Italien und Österreich stellten Ansprüche auf die Mumie. Nachdem der neue Vertrag zwischen den beiden Staaten in Kraft trat, wurden auch die Grenzen zwischen Nord- und Südtirol genauer definiert und damit war klar, dass sich der Fundort des Mannes aus dem Eis noch auf südtiroler Boden befindet. Daher wurde er in das Archäologiemuseum nach Bozen gebracht.
Forscher fanden heraus, dass der Wanderer bereits vor 3300 Jahren lebte und womöglich mit Kupfer arbeitete. Ein Pfeil traf ihn in die linke Schulter und verletzte ihn so schwer, dass er innerhalb einiger Minuten verblutete und seinem Leben ein Ende setzte. Im ewigen Eis begraben wurde Ötzi nahezu perfekt konserviert und ist die bestens erhaltenste Mumie aus dieser Zeit. Erst am 19. September 1999 wurde Ötzi von einem Wandererehepaar gefunden. Seither untersuchen Forscher seine Todesumstände, die Gegenstände, welche er bei sich trug und die Lebensart der damaligen Zeit.
Das neu gewonnene Wissen kann man im Freilichtmuseum in Umhausen begutachten. Das Ötzi-Dorf spiegelt die Lebensweise und Handwerkskunst zu Ötzis Zeiten. Auch gewisse Tierarten, wie das Wollschaf, Wildpferde und Auerochsen wurden rückgezüchtet. Werkzeuge, Behausungen, Öfen, Brunnen und Alltagsgegenstände bringen uns der längst vergessenen Welt wieder näher.
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